Sonne und 16°C ... am Fahrtag

25. Juni
Was ist es doch herrlich, morgens aufzuwachen, keine Regentropfen zu sehen, dafür aber Wolken, die ganz hoch oben am Himmel hängen und den Blick auf bisher nicht erahnte Berge freigeben. Island gibt es also tatsächlich in bunt! Nach den Tagen des Graus, des Regens, des Sturms, der niedrigen Temperaturen und bescheidenen Sicht wurde es Zeit, dass die Sonne auf uns scheint.

Der Tag begann dies bezüglich in Akureyri noch verhalten, aber je weiter wir gen Westen fuhren, umso mehr zeigte sich die Sonne und gab eine unglaubliche Fernsicht auf Island frei. Nur schade, dass wir einen überwiegenden Fahrtag vor uns hatten. Dennoch wurde die Sonne bei jedem Stopp ausgenutzt und am Ende hatten wir sogar mehr als 16°C in Borgarnes! Ja, ist denn das zu fassen?!?

sonnige Eindrücke von heute:




tolle Wal-Tour

24. Juni
Wir konnten unsere Reise heute Morgen glücklicherweise fortsetzen, fanden also einen Ersatzbus, während unser alter nach wie vor auf der Straße steht.

Im Nordosten regnete es planmäßig, während es am Mývatn so nach und nach trockener wurde und wir sogar alle Spaziergänge zu Ende bringen konnten. Nur die Temperaturen, die blieben im Keller und es war irgendwie bitterkalt. Wir sind kaum über 6°C hinausgekommen und der Wind blies weiter aus Norden.

Doch all das war vergessen, als wir bei passablem Wetter mit einem Teil der Gruppe auf Walbeobachtung gingen, persönlich am Hotel abgeholt vom Kapitän. Wir hatten mehrfach 4 Wale (nah) um das Boot herum und beobachteten über lange Zeit 3 Wale, die beim Fressen waren und regelmäßig auftauchten. Einige Wale waren mehr als dicht am Boot, tauchten drunter durch, so das man sie fast hätte streicheln können. Was für eine erfolgreiche Tour!



















Regen und Sturm und Panne

23. Juni
Die Wettervorhersage hatte starken Regen und Sturm versprochen, an unserem Hotel jedoch verspürten wir zunächst nur ein laues Lüftchen und es nieselte etwas stärker. Aber gut, wir waren noch auf der "guten" Seite des Berges. Auf der anderen Seite änderte sich das Wetter. Der Regen wurde stärker, der Wind fiel stramm von Nord den Berg herunter.

Unser Aufenthalt an der Gletscherlagune war dadurch bedingt reichlich kurz, denn "gemütlich" ist etwas anderes. Der Wind hingegen ging vor Ort, das war okay.

Man arbeitet - endlich - an Parkplatzmarkierungen:


Das Eis war immerhin schööön blau :-)


Um 10 Uhr verkündete eine Rangerin des Nationalparks vor Ort allen, die es bis dahin noch nicht wussten, dass ein heftiger Sturm unterwegs sei und alle ihre Unterkunft spätestens am frühen Nachmittag erreichen sollten, um Schutz zu suchen.

Wir gingen diverse Möglichkeiten durch, denn zu dem Zeitpunkt sah es danach aus, dass die Windböen in den Ostfjorden so stark waren, dass wir nicht hätten fahren können. Letzendlich sind wir mit einem sehr kurzen Stopp in Höfn schnell in die Ostfjorde, um möglichst schnell durchzukommen. Die Fotostopps entfielen aufgrund der Wetterbedingungen so oder so und mit entsprechend langsamem Tempo an den kritischen Stellen erreichten wir sicher Djúpivogur zur verspäteten Mittagspause.

Entlang der Öxi ging es dann wieder und wir konnten sogar einen Fotostopp einlegen - vorrübergehenden Schwachregen muss man einfach ausnutzen ;-). Wir wähnten uns schon früh im Hotel, hatten aber scheins einen Troll an Bord, denn 30 km vor dem Hotel sagte unser Bus keinen Piep mehr und wir steckten im Regen fest. Zum Glück für uns hatten auch andere Gruppen schlechtes Wetter und einen kurzen Tag, so dass wir ca. 45 min später von einem anderen Bus abgeholt und ins Hotel gebracht werden konnten. So ging die Sache nochmal gut aus, wenn auch nicht für unseren Bus.

Schlechtes Wetter und ein bisschen Abenteuer gehören in Island halt dazu ;-).

Ruhe vor dem Sturm

22. Juni
Zu Beginn des Tages ärgerte uns der Regen noch - wir stiegen aus, der Regen legte ordentlich zu, um uns dann aber die zweite Hälfte des Aufenthaltes trocken genießen zu lassen. So erging es uns am Kap Dyrhólaey und am Strand Reynisfjara. Bei schwachem Wind waren die 9°C heute Vormittag auch gar nicht arg kühl.

morgens am Kap Dyrhólaey - Papgeitaucher = Mangelware


Am Strand Reynisfjara sahen wir dann erstaunlich viele Papageitaucher, allerdings nur hin- und herfliegend. Die Wellen hingegen waren heute sehr schön - richtig aufbrausend und an den Strand rollend. Ein wunderschönes Schauspiel.

In Vík kam dann endlich die Sonne raus, wenn auch nur als Zwischenspiel. Aber die Lupinen luden zu einer Fotosession ein :-).




In Skaftafell war gerade eine Rettungsübung am Start und ich erinnerte mich noch sehr lebendig an unseren Rettungseinsatz dort in einer meiner Gruppen 2015.



Svínafellsjökull - ebenfalls noch im Trockenen:


Für morgen allerdings sind die Aussichten mehr als mies. Genau entlang der Strecke, die wir fahren, soll es heftig regnen und stürmen. Wir stellen uns alle also seelisch und moralisch darauf ein und hoffen das beste:



Sommersonnenwende mit Regenstart

21. Juni
Heute war Sommersonnenwende, der längste Tag des Jahres - aber von Sonne keine Spur. Stattdessen weinte der Himmel bittere Tränen, irgendwas musste also arg traurig gewesen sein. Das erste, das meine neue Gruppe also bei unserem ersten Stopp in Þingvellir erleben durfte, war richtiges Sauwetter. Einzig in Geysir und am Gullfoss war es phasenweise mal trocken. Aber an allen anderen Orten: Regen von allen Seiten und unterwegs nur bescheidene Sicht.

Regenstopp auch am Skógafoss - dort ist gerade viel Wasser im Fluss:


Nicht der schönste Urlaubsstart, dafür aber ein islandtypischer. Neben dem Regen wurde unser Augenmerk aber auf etwas anderes gelenkt, nämlich die Katla. Bereits am Sonntag hatte es dort abends bei unserer Ankunft ein Erdbeben > Magnitude 3 auf der Richterskala gegeben. Heute und gestern waren es weitere:



In den Nachrichten aber gab es eine Entwarnung (siehe hier): Es sei kein seismischer Tremor, sondern komme eher von der Gletscherschmelze, was zu dieser Zeit des Jahres normal sei. Achso. Naja, dann können wir ja beruhigt schlafen gehen, denn wir übernachten heute am Fuße der Katla 😉.

Und wieder geht eine Tour zu Ende

20. Juni
Gestern brachen wir zu unserem letzten gemeinsamen Reisetag auf und erneut war uns die Wetterelfe wohlgesonnen. Nachdem der Himmel am Skógafoss und Seljalandsfoss noch etwas trübe schaute, hatten wir in Geysir Traumwetter - gute Chance auf schöne Fotos für jedermann :-).

in 4 Fotos zum Ausbruch:





natürlich gab es den Strokkur auch in voller Größe:


Slowmotion-Videos vom Ausbruch des Strokkur - gefilmt von einem meiner Gäste:




Tolles Wetter auch am Gullfoss:



Die Wetterelfe wollte meine Gruppe mit nach Hause nehmen, ließ mir aber die Zwillingsschwester zurück. Ich bin gespannt, ob sie mich auf der nächsten Tour auch so toll begleitet - bei den aktuellen Wetteraussichten könnte ich etwas Hilfe gebraucen 😉.


Gestern war übrigens auch Women`s Rights Day - siehe Artikel hier. Am 19. Juni 1915 erhielten verheiratete Frauen in Island das Wahlrecht.

Heute wurden die Touristen-Mai-Zahlen bei MBL.is veröffentlicht, den kompletten Artikel findet ihr hier.  Demnach verließen im Mai 2017 über den Flughafen Keflavík 146.000 ausländische Reisende das Land. Das seien 22 % mehr als im Mai 2016, der Anstieg sei aber geringer als in den vorhergehenden Monaten.

Bisher haben dieses Jahr ca. 752.000 Touristen das Land über den Flughafen verlassen, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Anstieg von 46,5 % sei. Die Verteilung der Reisenden auf die einzelnen Länder wird wie folgt dargestellt (gemessen sicher am Zielland, das von Keflavík aus angeflogen wird):

Vereinigte Staaten 34,2% 
Großbritannien 7,8%
Deutschland 7,4%
K
anada 6,2% 

Frankreich 5,2% 
Schweden 4,2% 
Norwegen 3,7% 
Polen 3,4% 
Dänemark 3,1%
Niederlande 2,9% 
China 2,6% 
Finnland 2,1%

Ich frage mich allerdings, wo diese 146.000 Menschen waren. Ich bin seit dem 9. Mai im Land unterwegs. Wir haben inzwischen Mitte Juni überschritten und selbst auf der letzten Tour war es erstaunlich ruhig im Land. Selbst an Zielen wie Jökulsárlón und Skaftafell fühlt man sich noch nicht als Teil einer großen Masse, hat immer noch das Gefühl, genießen zu können. "Voll" wurde es z. B. am Sonntag am Strand Reynisfjara, als neben uns (mit 37 Gästen) ein weiterer größerer Bus ankam. Ansonsten viele Individualreisende, die sich aber verteilen. Geysir und Gullfoss sind immer gut besucht, aber selbst in Þingvellir war es gestern Nachmittag herrlich ruhig.

Wo also sind all die Reisenden? Halten sie sich überwiegend in Reykjavík auf? Ich weiß es nicht, aber ich freue mich natürlich über jede Woche, die wir entspannt durch das Land reisen.

Traumtour zwischen Eisbergen

18. Juni
Auf den Wetterbericht war heute so gar kein Verlass. Der erste Blick aus dem Hotelfenster sah nicht sonderlich vielversprechend aus, der Wetterbericht versprach trockenes Wetter nur bis 10 Uhr und danach entlang unserer Route Regen.


Aber als wir dann nach 45 min an der Gletscherlagune ankamen, bot sich uns dieses Bild. Soo schnell würde es hier nicht regnen:


Außerdem hatten wir unmittelbar vor der Lagune Rentiere gesehen! Wahnsinn - so weit im Süden zu dieser Zeit! Was für ein Glück! Die Bootstour selber wurde ein Traum, wir wussten gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollten - es war so viel Eis in der Lagune und dabei auch in so vielen tollen Formationen:





Dann lag auch noch ein Seehund auf einem Eisberg! Was hatten wir doch für ein Glück!




Prompt entdeckten wir den zweiten:


Sie hatte heute ein leichtes Spiel bei diesem Wetter und diesen Bedingungen:




Plötzlich rumste es und dieser Eisberg setzte sich in Bewegung:


Und plötzlich drehte er sich:

video
 

Hier die Aufnahme von einem meiner Gäste:


Nach dem Drehen präsentierte er sich uns so:



Seehund Nr. 1 nochmal, nachdem wir vorher Nr. 3 gesehen hatten:


der gedrehte Eisbgerg:


Nach diesem Erlebnis war uns alles egal, es hätte den Rest des Tages regnen können. Aber wider Erwarten blieb es auch in Skaftafell trocken, nachdem wir vorher durch einen ordentlichen Regenschauer gefahren waren. Auch rund um Skaftafell regnete es, während wir bei Wärme im T-Shirt zum Svartifoss hoch sind.

Regen um uns herum:



Am Strand Reynisfjara windete es etwas und es kamen ein paar Tropfen herunter. Die Wellen waren heute sehr eindrucksvoll:


Irgendein Fotoprojekt in der Höhle am Strand:


Papageitaucher haben wir sowohl hier als auch am Kap Dyhólaey wieder nur vereinzelt gesehen = einzelne Leute sahen einen einsamen Qutotenpapageitaucher. Aber gut, der Tag hatte uns so eine Fülle an Fotomtiven und so tolles Wetter geschenkt - da konnten wir das verschmerzen.