Ein sturmumtoster Tag

Da der Vulkanausbruch an diesem 31. August nicht für soo viel Wirbel sorgte, musste etwas anderes wirbeln. Schon gestern hatten sie eine Unwetterwarnung für heute herausgegeben: Sturm und viel Regen - vor allem im Südosten und Süden. Wir waren mit unserer Reise durch den Nordwesten eigentlich genau an der richtigen Stelle Islands unterwegs. Uns stand ein längerer Fahrtag bevor - östlich von Akureyri bis nach Borgarnes mit einem Abstecher bis zu den Hraunfossar.

Am Morgen in Akureyri war es recht ungemütlich. Der Wind pfiff ordentlich um die Ecken, aber es war nicht kalt. Sie hatten auch in den Nachrichten geschrieben, dass es sehr warm sein würde und der Niederschlag selbst auf den höchsten Bergspitzen Islands als Regen fallen würde, nicht als Schnee. Immerhin blühten die Blumem im Botanischen Garten noch schön bunt und waren ein toller Kontrast zum eher trüben Wetter.

Auf der Strecke bis nach Blönduós hatten wir dann mal kurz ein bisschen Regen, aber im Großen und Ganzen blieb der Tag trocken. Für die Holtavörðuheiði waren Böen bis  20 m/sek angesagt, aber auch damit waren wir noch gut bedient. In Staðarskáli traf ich eine Kollegin, die es am Morgen in Þingvellir mit ihrer Gruppe fast weggepustet hatte.

Bei der Schlucht Kolugljúfur war es ganz schön stürmisch, die Mähne stand im Wind:





Als wir bei den Hraunfossar ankamen, war es fast schon wieder windstill und kurz zuvor in Reykholt war sogar die Sonne zu sehen:


Das Wasser war heute richtig trüb und grau - 
der warme Wind und der viele Regen hat die Gletscher schmelzen lassen.


 

Wir sind also gut durchgekommen. Andere an der Südküste hatten weniger Glück, wie dieses Zeitungsbild von einem völlig zerstörten Camper zeigt:

Quelle: http://www.ruv.is/frett/husbill-splundradist-i-vindhvidu

Vulkan update 31. August, 18:25 Uhr

Wir sind zurück im Hotel von einem stürmischen Tag, Zeit für ein kleines Vulkan-update.

Man geht davon aus, dass der Ausbruch bereits gegen 4 Uhr in der Nacht begann, die Spalte ist ca. 1,5-1,8 km lang. Aus ihr fließt ruhig, aber beständig Lava - ca. 1.000 m³ pro Sekunde! Der Ausbruch wird damit derzeit als größer eingestuft als der des Eyjafjallajökull 2010 (von der Lavamenge). Entscheidender Unterschied: Der aktuelle Ausbruch erfolgt auf eisfreiem Land, auch gibt es unabhängig von fehlendem Eis/Wasser keine explosive Aktivität. Die Lavafontänen erreich(t)en bisweilen 60 m Höhe.

Auf Grund der schlechten Wetterbedingungen (wir hatten Unwetterwarnung im ganzen Land) hatten die Wissenschaftlicher tagsüber ziemliche Schwierigkeiten, die Ausbruchsstelle zu beobachten. Hin und wieder gelang es aber. Dabei sind eindrucksvolle Fotos entstanden:




(Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/31/amazing_photos_from_the_eruption/)

Ein Flug über die Ausbruchsstelle war wohl wetterbedingt noch nicht möglich, aber im Laufe des Tages wurde die Sicht besser. Es wurde kein Ascheausstoß entdeckt, weshalb die Warnstufe für den Luftverkehr für den Vulkan Bárðarbunga im Laufe des Tages wieder auf orange zurückgesetzt und die  kleine Flugverbotszone aufgehoben wurde.

Interessant finde ich, dass wir erstmals seit 16 Tagen "Lücken" in der Erdbebenkarte sehen - es gibt also nicht mehr in einem fort Erdbeben, aber immer noch genügend:



Auf dieser Seite ist ein interessantes Video vom Ausbruch zu sehen: http://www.ruv.is/frett/eruption-continues-at-full-force-video

Auf dieser Webcam kann man inzwischen mehr als nur Sandsturm sehen, auch wenn die Kamera noch immer vom Sturm wackelt: http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga-2/

erneuter kleiner Spaltenausbruch, 31.08.2014

Vor wenigen Minuten, um 06:41 Uhr am Morgen des 31. August, schreiben die isländischen Online-Medien, dass es einen erneuten kleinen Spaltenausbruch nördlich des Gletschers gegeben hat. Auf den offiziellen Seiten steht noch nichts dazu.

http://www.ruv.is/frett/new-fissure-eruption-in-holuhraun


Für die Luftfahrt wurde die Warnstufe um den Vulkan Bárðarbunga wieder auf rot gesetzt, die Karte ist von 06:35 Uhr:
Quelle: http://en.vedur.is/earthquakes-and-volcanism/volcanic-eruptions/
Tja, noch wieder ins Bett zu gehen, lohnt sich nicht wirklich, ist ja doch schon 7 Uhr inzwischen. Auf der anderen Seite tobt draußen ein netter Wind - für heute wurde eine Unwetterwarnung heraus gegeben - starker Wind und viel Regen. Achtung Europa: Der Wind kommt aus Südost, pustet eventuelle Asche also in das Landesinnere ;-).


Update 07:11 Uhr:
Hier ein Screenshot der Webcam (Quelle: http://www.ruv.is/frett/eldgos-hafid-ad-nyju-i-holuhrauni):


Die Spalte soll ca. 1-1,5 km lang sein, der Ausbruch etwas intensiver als der von Freitagnacht - aber immer noch klein. Eventuell ist der Ausbruch an der selben Stelle wie am Freitag, evt. ein Stück weiter nördlich. Er begann um 05:05 Uhr.

Unabhängig davon gibt es von der "altenb" Ausbruchstelle, also von der von Freitag, hier ein nettes Video: http://www.ruv.is/frett/magnadar-hraunmyndanir-i-holuhrauni.

Update 08:35 Uhr
Jetzt endlich gibt es auch eine Information auf den Seiten des Zivilschutzes:

A small eruption started at 0600 this morning close to the eruption that was on Saturday.  Scientists on scene, estimate that the fissure goes further to the north than the previous eruption. Very bad weather is at the eruption site, sandstorm and windy conditions.The Civil Protection and Emergency Management is working on Alert Phase. The Icelandic Met Office has raised the Aviation colour code to red for Bárðarbunga/Holuhraun.
Isavia has issued a Danger Area which reaches from ground to 6000 feet in a similar area as the one on Saturday.
All airports are open. The area has no effect on any airports.


Und hier ist noch ein Video vom Ausbruch heute Morgen:  https://www.facebook.com/video.php?v=846553135355508&set=vb.100000024878973&type=2&theater

Und an dieser Stelle schreiben sie noch einmal, dass der Ausbruch an der selben Stelle wie Freitag stattfindet, nur dass die Spalte etwas länger ist (700-800 m, insgesamt ca. 1.200 m). Die Fontänen sind 20-30 m hoch, es gebe keine Explosionen. Es fließt mehr Lava als am Freitag.
Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/31/thetta_er_mun_oflugra_gos/.

Ein schöner Tag im Norden

Unsere Reise führte uns am 30. August von Hallormstaður bis kurz vor Akureyri. Das Wetter meinte es gut mit uns - der Wind war nicht stark, die Temperaturen um so wärmer. Bis zu 17 °C im Schatten wurden angezeigt - und das Ende August!

Entlang der Ringstraße im Nordosten:


Entlang der 901 kurz vor Möðrudalur - wir hatten eine fantastische Sicht:



Die Kirche von Möðrudalur:


Blick Richtung Herðubreið und Gletscher - keine Zeichen von Ausbruch:


Blubb:


Tolle Lichtstimmung bei den Pseudokratern. 
Man sieht an den Farben, dass der Herbst an die Tür klopft:





am Goðafoss:


Die Wetterseite sagt, dass die Sonne heute um 20:51 Uhr untergeht, es von 21:45 Uhr bis 05:13 Uhr dunkel ist und die Sonne morgen um 06:07 Uhr wieder aufgeht. Um 20 Uhr wurden in Akureyri immer noch 15 °C gemessen.

Vulkan update 30. August

Wir sind nach einem wunderschönen Tag wieder im Hotel angekommen, stehen kurz vorm Essen - daher hier kurz der neueste Stand der Dinge:

Die Erdbeben halten weiter intensiv an, haben sich aber in den letzten beiden Tagen nicht weiter nördlich bewegt. Die aktuelle Erdbebenkarte zum zeitlichen Verlauf schaut so aus:

Quelle: http://en.vedur.is/earthquakes-and-volcanism/articles/nr/2949
Hier sieht man also, dass sich nördlich des Gletschers die roten = aktuellen Punkte mit den orangen der vorhergehenden Tage überlappen. Die 15 = rot bedeutet: Tag 15 vom 16. August an = 30. August. GPS-Messungen zeigen weiterhin eine horizontale Bewegung des Magmas gen Norden innerhalb des Ganges / der Intrusion.

Es wurden einige Erdbeben im Bereich des Vulkans Askja gemessen, die aber - so interpretiert man es weiterhin - auf Druckänderungen im Gestein nördlich der Intrusion zurückzuführen sind.

Die Flüsse zeigen keine Besonderheiten.

Man bezeichnet den kleinen Spaltenausbruch von vorgestern Nacht als einen "geologischen Unfall" und weist daraufhin, dass nur ein Tausendstel des Magmas, das sich dort gerade unter der Erdoberfläche bewegt, seinen Weg nach oben gefunden hat. Auf der anderen Seite bewertet man die Situation vom 23. August inzwischen anders. An jenem Samstag hatte es ja zunächst "Ausbruchsalarm" gegeben - alle Zeichen standen auf Ausbruch. Aber dann hatte man das ganze als Fehlalarm eingestuft. Inzwischen und im Zusammenhang mit den Veränderungen im Eis (die Eintiefungen, die man kürzlich entdeckte) geht man nun doch davon aus, dass an jenem 23. August ein subglazialer Ausbruch stattgefunden hat - immer noch klein und in einer Stärke, die nicht ausreichte, den an dieser Stelle 400-600 m dicken Eispanzer zu durchbrechen, dennoch aber wahrscheinlich 10x stärker als das, was in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bei der kleinen Spalteneruption passierte.

Auf Grund der aktuellen Ergebnisse und der weiter auch starken Erdbeben innerhalb der Bárðarbunga-Caldera hat man den bisher drei wahrscheinlichen Szenarien ein viertes hinzugefügt:

I) Allmähliche Abnahme der seismischen Aktivität ohne weitere Ausbrüche.

II) Ein weiterer Ausbruch auf eisfreiem Land, möglicherweise in einer neuen Spalte.

III) Ein Ausbruch teilweise oder ganz unter Eis, aber außerhalb der Hauptcaldera, also im nördlichen Bereich des Gletschers. Dies könnte zu einem Gletscherlauf führen, der wahrscheinlich über den Fluss Jökulsá á Fjöllum abfließt und es könnte zu einer explosiven, Asche produzierenden Aktivität kommen.

IV) Ein Ausbruch des Vulkans Bárðarbunga selbst (also irgendwo innerhalb / am Rand der Caldera). Ein solcher Ausbruch könnte zu einem Gletscherlauf führen, der wahrscheinlich über den Fluss Jökulsá á Fjöllum abfließt und es könnte zu einer explosiven, Asche produzierenden Aktivität kommen. Der Abfluss des Schmelzwassers über die Flüsse Skjálfandafljót, Kaldakvísl und Skaftá sowie über den See Grímsvötn wäre aber ebenso möglich.

Weitere Szenarien können nicht ausgeschlossen werden. Das nördliche Hochland und die Straße 862 bleiben weiter geschlossen.

Informationen auf Englisch:
http://www.ruv.is/frett/eruption-at-bardarbunga-now-more-likely
http://en.vedur.is/earthquakes-and-volcanism/articles/nr/2947

Ómar Ragnarsson flog über den Gletscher und dabei möglicherweis neue Risse im Eis entdeckt:
http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/30/fresh_ice_cracks_in_bardarbunga/

Wir warten weiter ab und genießen derweil unser Abendessen :-).

Jökulsárlón und dann Herbst

Der Morgen des 29. August startete richtig gut - endlich waren da die Nachrichten von einem bestätigten Ausbruch, auch wenn er zu dem Zeitpunkt, als wir davon erfuhren, schon zu Ende war. Aber das wussten wir ja noch nicht. Und außerdem schien die Sonne - das war wesentlich mehr, als der Wetterbericht versprochen hatte. Der sagte nämlich was von Regen an unserem ersten Ziel, Jökulsárlón. Wir hatten zwar noch eine Wetterscheide vor uns und da kann man durchaus krasse Wetterumschwünge erleben, aber wir waren frohen Mutes. Zusammen mit den Vulkannachrichten und den ersten Bildern vom Ausbruch starteten wir beschwingt in den Tag und wurden nicht enttäuscht:



Dieser Spanier bescherrte uns die spritzigste Führung, 
die ich diesen Sommer auf der Lagune erlebt hatte:




 

Nach der Mittagspause in Höfn hatte das Wetter dann keine Lust mehr bzw. wollte uns zeigen, was ein isländischer Herbst ist. Mein Busfahrer meint zwar, vor September ist hier kein Herbst, aber was wir heute geboten bekamen, mutete schon sehr herbstlich an: Viel Wind, dunkle Wolken, Regen, keine Sicht, dann doch wieder Sicht, dann wieder kein Wind, kalt, dann wieder wärmer ... wir hatten so alles dabei und waren am späten Nachmittag erschöpft vom Wetter. Muss auch mal sein ;-). Nun sind wir erschöpft vom Essen. Das Buffet in Hallormstaður war wieder richtig lecker und verführte uns dazu, viel zu viel zu essen. Ach, geht uns das gut :-).

Das war es schon wieder

Da war doch tatsächlich heute (29. August) Morgen alles schon wieder vorbei, während ich schrieb. Der kleine Spaltenausbruch begann kurz nach Mitternacht, hatte seinen Höhepunkt zwischen 00:40 Uhr und 01:00 Uhr und war gegen 4:00 Uhr zu Ende. Die Flugwarnstufe wurde auf orange zurückgesetzt, die Flugverbotszone war im Laufe des Tages immer mehr verkleinert worden und ist jetzt ebenfalls ganz verschwunden. Was bleibt, ist ein kleines, neues Lavafeld mittig ein bisschen Wasserdampf. Die bisherige Sperrung des nördlichen Hochlands bleibt bestehen, ebenfalls die der Straße 862 (Westseite Dettifoss).

Das neu entstandene Lavafeld auf einem Foto:

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/29/back_to_alert_phase/

Hier eine Graphik zum Ausbruchsort:

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/29/no_volcanic_ash_has_been_detected_5/


Hier Fotos von der Ausbruchsstelle:

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/29/kvika_flaedir_enn_inn_kvikuganginn/

Quelle: http://www.ruv.is/frett/holuhraun-eruption-lasted-3-4-hours
 Das letzte Foto ist von Ómar Ragnarsson, der am Morgen über das Gebiet flog und dabei folgendes Video drehte: http://www.ruv.is/frett/video-of-the-holuhraun-eruption.

Ausbruch vorerst zu Ende

Eine kurze Info von unterwegs: Der Ausbruch ist zunächst vorüber. Mehr Infos heute Abend. 

Vulkanausbruch bestätigt - 29. August

Ach, was scheint die Sonne herrlich, blauer Himmel, nette Wölkchen ... wir sind um 10 Uhr bei der Gletscherlagune :-). Und nördlich des Berges ging es dann um Mitternacht "endlich" los - ein bestätigter Ausbruch --> im Lavafeld Holuhraun (pinkes Gebiet). Nördlich des Gletschers ist ein Spaltenausbruch aktiv, die Spalte soll ca. 1 km lang sein. Derzeit alles recht klein.

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/29/an_eruption_has_started_north_of_dyngjujokull/

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/29/air_traffic_not_af_fected_by_erupti_on/

Die wichtigstens Infos derzeit:

Der Ausbruch ist auf eisfreiem Land, nicht unter dem Gletscher. Es gibt Lavafontänen --> ein effusiver Ausbruch mit geringer / nicht signifikanter explosviver Aktivität. Asche wird derzeit nicht beobachtet. Die Zone um den Ausbruch ist dennoch Flugverbotszone. Auf Grund des Windes darf man derzeit hier nicht fliegen:

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/29/an_eruption_has_started_north_of_dyngjujokull/
 Derzeit gibt es KEINE AUSWIRKUNGEN AUF DEN FLUGVERKEHR. Das Hochland bleibt geschlossen. Ein Gletscherlauf ist nicht auszumachen.

Auf diesen Webcams könnt ihr das ganze beoabchten:

http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga/
http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga-2/

In der Nacht muss es ein schönes Bild gewesen sein :-).

Mehr kann ich nicht schreiben, die Internetverbindung im Hotel ist übel ... Wir starten jetzt erstmal in den Tag :-).

Vulkan update 28. August 23 Uhr

Nach den Nachrichten der letzten Nacht wollten sie heute also erneut über den Gletscher fliegen und sich die Sache genauer ansehen. Wann immer es ging, hing ich im Internet, aber irgendwie gab es keine neuen Nachrichten. Sah fast nach ner Nachrichtensperre aus. Wollte man verhindern, dass die ausländischen Medien wieder/weiter unnötig Panik verbreiten ... ;-)? Egal. Irgendwann gegen Mittag kam dann die Nachricht: Am Gletscher nichts Neues. Die Eintiefungen hatten sich weder vermehrt noch vergrößert, die Oberfläche des Gletschers schien unverändert. Man ging ja davon aus, dass 30-40 Mio m³ Eis geschmolzen waren, wusste aber anfangs nicht so ganz, wohin das Wasser lief. Man vermutet weiter, dass es in den See Grímsvötn geflossen ist, dessen Wasserstand in den letzten Tagen um 5-10 m angestiegen ist, was auf zusätzliche 10-30 Mio m³ Wasser schließen lässt. Ich habe so auf die Schnelle nichts darüber gefunden, wieviel Platz denn in dem See noch ist - ein Ansteigen des Wasserstandes heißt ja nicht automatisch, dass er auch ausläuft.

Man weiß jedenfalls weiter nicht so wirklich, was da los ist und was da noch kommt. Erdbeben und Tremor weisen nicht wirklich auf einen Ausbruch hin, aber irgendwas muss das Schmelzen ja verursacht haben. Es bleibt spannend :-). Noch heute Morgen schrieb man übrigens, dass der Gang mit dem Magma im Norden, sich gegenüber gestern um 1-1,5 km vorwärts bewegt hätte, was schon weniger als in den Tagen zuvor vor, und dass er bereits im Spaltensystem des Vulkans Askja angekommen sei. Daraufhin hat man in Bezug auf die Luftfahrt die Warnstufe für die Askja auf gelb gesetzt, Bárðarbunga ist weiter auf orange:



Seit dem Mittag soll er sich aber nicht weiter gen Norden fortbewegt haben. Was das nun wieder bedeutet ... ? Es wimmelt hier vor Fragezeichen :-).

Die aktuellste Nachricht von 21:19 Uhr mit Update 22:28 Uhr lautet nun: Eventuell Ausbruch im Lavafeld Holuhraun. Bis an diese Stelle hätte sich der Magmastrom / die Intrusion derweil vorgearbeitet (das ist nun wieder der Teil nördlich des Gletschers) und obwohl es die ganze Zeit hieß, dass man ihn in 8-12 km Tiefe vermutet, heißt es in dem Artikel, dass er wohl nun in 2 km Tiefe stecken und ins bestehende Lavafeld vorstoßen könnte. Man hätte dort gestern neue Spalten entdeckt, die auf ein durch die Magmaintrusion verursachtes Auseinanderdriften entstanden sein könnten. Noch immer kann es sein, dass das Magma stoppt und nicht die Oberfläche erreicht. Es heißt auch, dass es sein kann, dass es unter dem Gletscher einen kurzen und kleinen subglazialen Ausbruch gegeben hat, der das Eis hat schmelzen lassen und dass sich die Aktivität dann wieder auf die Intrusion im Norden konzentriert hat. Noch schätzt man es als unwahrscheinlich ein, dass die Intrusion die Magmakammer der Askja erreicht.

Der ganze Artikel: http://www.ruv.is/frett/an-eruption-possible-in-holuhraun-lava

An anderer Stelle wird berichtet, dass das Geschehen immer mehr an die Ereigniss 1975-1984 an der Krafla erinnern.

Ich gehe jetzt ins Bett, morgen ist ein neuer Tag. Wir werden schon sehen, wie es (hier) morgen aussieht. Eine Nacht am Fuße des Gletschers wartet auf uns. Angst? Nö.

Kampf mit den Elementen

Was für ein Tag heute! Als wir heute Morgen am Kap Dyrhólaey starteten, wollte der Wind uns umpusten. Ich habe keine Ahnung, wie stark der Wind war, aber er war schon ordentlich, hatte im Ansatz Sturmqualität. Wir haben die letzten Papageitaucher fliegen und hin und wieder sitzen sehen und uns ansonsten vom Nordatlantik mit Wasser besprühen lassen ... hmmm, salzig ;-). Was da an Wasser geflogen kam, war schon nett:


Und wie wir so am Kap stehen, kreisen die Hubschrauber über uns. Ah! Die waren wohl auf dem Weg zum Vatnajökull, man wollte sich doch am Vormittag den Gletscher nochmal anschauen. Denkste! Als wir zum Strand Reynisfjara fuhren, sahen wir sie in der Nähe stehen - alle 3. Den dicken, fetten schwarzen und die beiden roten. Nanu?! Und dann sahen wir eine gelbe Warnweste am Parkplatz und erstaunlich wenig Fahrzeuge. Das sah alles nicht gut aus. Und tatsächlich. Der Strand war wegen Luftaufnahmen für 2 Stunden gesperrt. "Wir haben eine Menge Geld dafür bezahlt, dass wir hier drehen können und jetzt gehört der Strand 2 Stunden uns." Donnerwetter, das war ja mal ne Aussage. Ich wollte dann wenigstens wissen, was sie hier drehen - für den Film "Matrix". Ah so. Erst am Donnerstag hatten sie übrigens in Reykjavík bei der Harpa und in der Bucht gefilmt - mit einem der roten Hubis.  Naja, einer der Gäste meinte dann: "Wir haben eine Menge Geld für diese Reise bezahlt, und wir wollen jetzt zum Strand." War natürlich lustig gemeint und wir hatten auch keine Chance. Okay, sind wir halt weiter im Sturm nach Vík und dort an den Strand.

Der Sturm begleitete uns bis Klaustur und ebbte erst dort so langsam ab. Nach der Mittagspause hatten wir die neuesten Infos in Sachen Vulkan und fuhren ganz entspannt weiter nach Skaftafell - wohl wissend, dass das mit der Aschewolke ganz schlecht aussieht und wir auch keine nassen Füße kriegen würden. Und dabei hatten wir uns so auf ein wenig Action gefreut ;-).

Auf jeden Fall hatten wir dann am Gletscher bestes Wetter und so gut wie keinen Wind. Es war soo herrlich. Und natürlich haben wir den Gletscher nochmal ganz oft fotografiert ... man weiß ja nie, ob er morgen noch weiß ist ... ;-).




Als wir zum Svínfallsjökull gingen, hieß es auf einmal: "Monique, ich brauche deine Hilfe - ich wurde nominiert." Ice bucket challenge. Uups, ich hatte das mal irgendwie in den Onlinemedien von der Überschrift her gelesen, stand aber prinzipiell ziemlich auf dem Schlauch. Da wir für den Abend die Gletscherwanderung geplant hatten, stand die Wunsch-location fest :-).


Im Hotel hatten wir einen Eimer organisiert und Aron, unser Guide, meinte, es sei kein Problem, auf dem Gletscher Eis zu finden :-). Es war irgendwie so witzig, dass wir die ganze Zeit mit dem blauen Eimer auf dem Gletscher rumliefen.


Hier wird das Eis gehackt:


Viel Eis für 2 challenges / 2 Leute:


Nach der Eis-Dusche und noch mit Grímsvötn-Asche als Kriegsbemalung :-).
Die eigentliche Aktion habe ich nicht auf Foto, da ich gefilmt habe .


Wir hatten jedenfalls unseren Spaß und verließen den Gletscher im schönsten Abendlicht:


Für alle, die noch auf E-Mail-Antwort warten: Sorry, im Moment ist die Zeit arg knapp. Es dauert noc ein wenig.

Vulkan update 28. August

Da schläft man mal ganz friedlich, träumt von den Polarlichtern oberhalb der Wolken und am Morgen diese Nachrichten: Bei einem Flug über dem Gletscher wurden Einsenkungen entdeckt - 4 bis 6 km lang, bis 1 km weit und 10-15 m tief. Und das ganze am südöstlichen Rand der Bárðarbunga-Caldera, also nicht dort, wo derzeit das Magma hinströmt.

Man vermutet, dass 30-40 Mio m3 Eis geschmolzen sind - ob durch einen beginnenden Ausbruch oder etwas anderes, das sei völlig ungewiss. Man wird heute erneut über den Gletscher fliegen. Ebenso ist nicht ganz klar, wohin das Wasser geflossen ist - vielleicht in den See Grímsvötn.

Nachrichten:
http://www.ruv.is/frett/possible-eruption-near-bardarbunga
http://www.ruv.is/frett/rifts-spotted-in-ice-cap

Wir fahren heute nach Skaftafell, übernachten am Fuße des Gletschers und haben für heute Abend auch eine Gletscherwanderug geplant. Ich bin gespannt.

Wieder auf Tour

Heute, am 27. August, bin ich mit 23 Gästen in die nächste 6-Tage-Tour (Juwelen der Insel) gestartet. Das Rumpeln am Vulkan haben wir natürlich auch mal zum Thema gemacht, aber ansonsten einen wunderschönen Tag genossen, der mit dunklen Wolken über þingvellir begann und mit viel Sonne im Süden endete.





Die Polarlichtaktivität soll heute sehr hoch sein, nur leider werden wir davon nichts haben, da der Himmel voller Wolken hängt. Schade. Aber wir haben ja noch ein paar Tage :-).