"Der Troll sei mit dir"

3. August
Wir wissen nicht genau, was es ist. Aber wir wissen, dass wir langsam alle Zweifel über Bord werfen. Spätestens seit heute Nacht glaubt ein Großteil der Gruppe an Elfen und Trolle.

Es begann vermutlich bereits am Morgen, als die ersten von uns den Eindruck hatten, die Zimtschnecken sprächen zu ihnen. So fängt es an 😉. Davon ließen wir uns aber nicht beirren, ebenso wenig von den tief hängenden Wolken und dem leichten Niesel, der uns daraus erreichte.

Als wir am Mývatn ankamen, war es wieder trocken und während unseres Spaziergangs in Dimmuborgir hatten wir fast schon den Eindruck, es sei schwül. Bei 10 °C Außentemperatur war das eher unwahrscheinlich, aber irgendwie war die Luft merkwürdig. Und warm.

Bei den Schlammpötten gab es heute eine extra Portion Schwefelgeruch und ausreichend Gelegenheiten für DEN Blubb des Tages:





Im Mývatn Nature Bath war dann wieder einfach nur Relaxen angesagt und der Himmel dabei schnurzpiepegal. Aber pünktlich zu unserer Anreise am Goðafoss schoss die Sonne mal wieder durch die Wolken, so dass wir dort eine ausgedehnte Fotosession durchziehen konnten 😉.





Nach dem Abendessen stand das nächste Ereignis an - fast die gesamte Gruppe ging mit auf Walbeobachtung und irgendwie hatten sie sich alle für die RIB-Boottour entschieden. Als wir in Akureyri ankamen und sahen, dass eine riesengroße Gruppe die kleine Konsul enterte, wähnten wir uns bei der richtigen Entscheidung, denn auf dem Boot wäre wohl kaum noch Platz gewesen.

Ausgestattet mit Floatinganzügen, Schutzbrillen und Handschuhen sahen wir freudig der Tour entgegen und ahnten nicht, wie die Nacht enden würde ...


Die See war recht rau, wir flogen stehend über den Fjord und mussten eine ganze Weile fahren, da die Wale sich ein Stück weiter nach draußen verkrümelt hatten. Letztendlich führte uns die Tour bis nördlich von Hrísey. Dann aber war es ein Traum - die Wale aus dem Schlauchboot heraus zu erleben, ist wirklich nochmal eine ganz andere Hausnummer.







Irgendwann hieß es Abschied nehmen. Wir setzen die Brillen wieder auf und erwarteten den Turbo-Ritt zurück nach Akureyri. Statt dessen tat sich nichts. Als sich das Boot nicht in Bewegung setze, ahnte ich gleich Böses: Der Troll befand sich in unserem Boot und hatte sich mal wieder über den Motor hergemacht. Während wir schon unkten, wusste die Crew noch gar nicht, welchen Pannenmarathon wieder bereits hinter uns hatten. Aber nach diesem Anblick war alles klar:  



Einer der Motoren hatte sich verabschiedet. Also dümpelten wir langsam über den Fjord, erreichten irgendwann Grenivík und wurden von dort mit dem Bus abgeholt.

Nach diesem Ereignis war klar, dass unser Troll völlig aus dem Ruder gelaufen war und dringend gebremst werden musste. Die Frage war nur: WIE? Ich hatte eine Nacht Zeit, darüber nachzudenken. 

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