Drohender Erdrutsch am Svínafellsjökull + sonstige News

11. Mai
An der Westflanke des Svínafellsjökull ist eine neue Spalte entdeckt worden, die in Verbindung mit einer weiteren, bereits bekannten Spalte zu einem großflächigen Erdrutsch führen könnte. Der Zivilschutz mahnt zur Vorsicht.


Weitere Informationen dazu findet ihr in diesem Artikel (deutsch): http://icelandreview.com/de/news/2018/05/09/drohender-erdrutsch-am-svinafellsjoekull.


Und sonst ... reiserelevante Nachrichten:

Dyrhólaey


Das Kap Dyrhólaey ist wie auch die letzten Jahre während der Brutzeit nur beschränkt zugänglich. Vom 8. Mai -25. Juni ist der Zugang auf die Zeit von 9-19 Uhr begrenzt. Wer dagegen verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen, siehe dazu diesen Artikel: http://icelandreview.com/de/news/2018/05/09/dyrholaey-ueber-nacht-gesperrt-offroader-erwischt.
Hinweis: 300.000 Kronen sind derzeit ca. 2.450 €.


Einwohnerzahl


Wer noch irgendwo in einem Reiseführer die Angabe entdeckt, dass Island ca. 300.000 Einwohner hat, kann diese Angabe getrost in die Kategorie "veraltet" stecken. Laut diesem Artikel http://icelandreview.com/de/news/2018/05/02/islands-bevoelkerung-auf-350000-gestiegen leben inzwischen mehr als 350.000 Menschen auf der Insel, das unsichtbare Volk nicht mitgezählt. 224.000 davon leben im Großraum Reykjavík - ich muss mir die Zahlen dann auch mal für die nächsten Touren einprägen ;-).

All denjenigen  unter euch, die genauer in das Reich der Zahlen eintauchen möchten, empfehle ich einen Blick in die statistischen Angaben Islands ... Hagstofa ... https://www.statice.is/publications/news-archive/population/population-in-the-1st-quarter-2018/.


Vulkane

Im Reich der Vulkane ist es derzeit ruhig und ich werde - wie jedes Jahr - mit der Hoffnung auf die Insel kommen, dass sich während meines Aufenthaltes irgendetwas tut. Die Erdbebenaktivität könnt ihr hier beobachten: http://en.vedur.is/earthquakes-and-volcanism/earthquakes


ESC 2018

Island ist am 8. Mai im ersten Halbfinale zum diesjährigen Eurovision Songcontest nicht weitergekommen - der Titel hat mich persönlich aber auch so gar nicht vom Hocker gerissen. Den Beitrag könnt ihr euch hier anschauen.


"Trapped" - TV

Quelle: https://www.zdf.de/serien/trapped-gefangen-in-island/trapped-gefangen-in-island-teil-drei-deutsch-102.html
Die Fernsehserie "Trapped", die vom ZDF teils coproduziert und dort ausgestrahlt wurde, geht in die zweite Runde: http://icelandreview.com/news/2018/05/09/trapped-season-two-tackles-big-topics.


Blaue Lagune und andere Bäder

Im Zusammenhang mit der Blauen Lagune gibt es mal wieder "Ärger". Schon in den vergangenen Jahren gab es immer wieder neue Peise (z. B. die "nur-mal-Schauen-Gebühr" in Höhe von 10 €) und Restriktionen, die dazu führten, dass wir die Blaue Lagune als Ziel kaum noch / nicht mehr im Rahmen von Gruppenreisen anbieten konnten. Außerdem war ein neues Preissystem wie bei Fluggesellschaften eingeführt worden: Je später du buchst und je attraktiver die angepeilte Badezeit ist, umso teurer wird es. Ohne Vorbuchung geht gar nix. Es lebe die vielgelobte Spontanität auf Island.

Laut diesem Artikel sind nun auch einige Verträge ausgelaufen, die u.a. dazu führen, dass die Busgesellschaft Grayline keine Eintrittstickets mehr verkaufen kann und in der Folge auch den Transport einstellen und Mitarbeiter entlassen musste: http://icelandreview.com/news/2018/04/29/gray-line-cancels-blue-lagoon-tours-lays-fifteen-employees.

Was nun alles genau dahinter steckt und ob alles so ist, wie es geschrieben steht und ob es wirklich erforderlich war, diese Mitarbeiter zu entlassen - ich kann es nicht beurteilen. Mein Eindruck ist aber, dass es der Blauen Lagune nach wie vor blendend geht und sie sich all das leisten kann. Wann immer ich "Island" erwähne, höre ich neben "Das steht auch auf meiner Liste" immer auch: "Ich will in die Blaue Lagune". Die Werbemaschinerie läuft und wirkt und so können sie sich leisten, was sie tun, einschließlich der beeindruckenden Preise.

Ich gebe zu: Wann immer ich an mein Erst- und Zweit- und Dritterlebnis dort denke, sage ich: "Ja, tolle Sache." Und wahrscheinlich würde ich als heutiger Erstreisender trotz der aktuellen Preise sagen: "Ja, gehört dazu, war ein Erlebnis.", wo doch die Preise in Island eh so exorbitant hoch sind, dass der Schmerz kaum noch zu spüren ist, da er ein Dauerschmerz ist.

Für all diejenigen von euch, die unbedingt rein wollen: Die gaaanz normalen Eintrittspreise ohne Schnickischnacki variieren je nach Wunschzeit und Auslastung von 6.990 isk - 12.990 isk. Das sind derzeit ca.: 57 € - 106 €. Und wir reden nur vom Eintritt.

Die ähnlich, aber doch anders ausschauende Alternative im Norden, das Mývatn Nature Bath, kostet im Sommer für einen Erwachsenen zu jeder Zeit 4.700 isk = derzeit ca. 38,40 €. Auch kein Schnapper, aber wer nur blaues, warmes Wasser unter freiem Himmel will, ist dort ebenso gut aufgehoben. Es gibt nur keinen Schlamm und in 2017 gab es auch keine Bar im Wasser, aber immerhin Barservice am Wasser.

Wer auf blaues Wasser verzichten kann und sich mit warmem Wasser unter freiem Himmel begnügt, ist bestens in einem der örtlichen Freibäder aufgehoben. Leider hat mein Lieblingsschwimmbad, das Laugardalslaug in Reykjavík, schon im September 2017 die Preise für einen einmaligen Besuch massiv angehoben (980 isk, derzeit ca. 8 €), aber dennoch ist das isländische Badekultur pur, wie ihr sie zumindest einmal genießen solltet. Bei den Schwimmbädern kann man übrigens schön sehen, wie Touristen zur Kasse gebeten und Einheimische "geschützt" werden - die 20er Karte im Laugardalslaug kostet 8.100 isk und damit 405 isk statt 980 isk pro Besuch :-).

Neu ist nun wohl endlich das "Krauma" in Westisland an den Start gegangen, die lange Zeit etwas brach liegende Baustelle an der Heißwasserquelle Deildartunguhver.
 

Anhand der Webseite kann ich noch nicht so ganz erkennen, ob das nur heiße Pötte sind oder ob doch mehr dahinter steckt, aber  Preise von 3.800 isk für Erwachsene (derzeit ca. 31 €) klingen bezahlbar. Es bleibt fraglich, was das Bad "liefert". Wenn es ähnlich wenig wie beim "Fontana" ist, dann schwöre ich weiter nur auf die regulären Schwimmbäder.


Hotelpreise

Last, but not least, scheint nun endlich - zumindest außerhalb der Hauptstadtregion - ein Touristenrückgang verzeichnet worden zu sein. Im Norden, Osten und Westen des Landes haben wir ihn bereits im Sommer 2017 deutlich gesehen, aber die Hotels scheinen ihn erst jetzt in Form sinkender Übernachtungsbuchungen zu spüren: http://icelandreview.com/news/2018/05/05/hotels-face-challenges-due-strengthening-krona

Zu diesem Thema möchte ich nur sagen: Jawoll, wir haben schon 2017 auf den Knall gewartet. Und: Nein, nicht allein die starke Krone ist das Übel! Wer Jahr für Jahr seine Preise um 5-20 % anhebt, darf sich nicht wundern, dass irgendwann weniger Leute kommen! Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr läuft. Wann kocht die Suppe über? 


Ein weiterer kleiner Lichtblick: Die Anzahl der Touristen ist das erste Mal seit  2010 gesunken -
https://icelandmonitor.mbl.is/news/nature_and_travel/2018/05/11/tourist_numbers_to_iceland_decrease_for_the_first_t/
Hoffnung.

Nun aber schöne Vorfreude auf euren Island-Urlaub.


Hebt ein Wal ein Boot an

11. Mai
Walbeobachtungstouren haben mich all die Jahre immer wieder fasziniert. Wann immer sich die Gelegenheit bot, bin ich mit Gästen rausgefahren. Die Tiere so nah am Boot beobachten zu können, ist einfach ... wow.


Ich gebe zu, ich hatte in den Jahren das eine oder andere Mal ein mulmiges Gefühl, besonders, wenn wir mit kleinen Booten unterwegs waren. Denn anfangs hieß es noch: Nicht alle auf eine Seite! Und letztes Jahr überkam mich dann eines Nachts der Traum schlechthin: Wir sind auf einem großen Boot, alle laufen auf eine Seite, weil der Wal nun mal nur auf 9 Uhr zu sehen ist, und das Boot kentert und sinkt. Interessant ist, woran man dann im Traum zuerst denkt ... also was man versucht zu retten ;-).


Oder ich erinnere mich an 2006, als ich das erste Mal Heimaey mit einem Bötchen umrundete. Wir waren nur 4 Passagiere auf dem kleinen Boot, zuzüglich 2 Mann Crew. Und dann gerieten wir mitten in eine Orca-Schule und der Kapitän hatte nichts Besseres zu tun, als den Motor auszustellen. "Dumm" nur, dass ich gar nicht soo lange zuvor "Der Schwarm" gelesen hatte und die Orcas förmlich vor mir springen und aufs Boot donnern sah und den Kapitän in Gedanken inständig bat, doch bitte den Motor anzuwerfen. Ach ja, wenn die Phantasie mit einem durchgeht ... ;-).
(P. S.Die Orcas sprangen nicht und das Erlebnis war der Hammer.)

Ich habe in all den Jahren mehrfach Wale springen und Saltos machen sehen, sie schwommen unter den Booten hindurch, kamen ganz nah; der absolute Höhepunkt war das Synchronspringen zweier Buckelwale nur 10 m von unserem Boot entfernt.

Nie aber hatte ich Sorge, dass so ein Wal mal direkt unter dem Boot auftaucht und von unten anklopft. Ich war immer der Meinung, mal gehört zu haben, dass die so etwas nicht tun ... irgendwie weil sie wissen, dass es ein Boot ist. Nunja, Naivität hin oder her - letztes Jahr hatte ich dann auf einer Fahrt mal nachgefragt und musste mich eines Besseren belehren lassen. Ja, das kann durchaus passieren. War bei der Walbeobachtungsfirma aber noch nie passiert.


Heute nun heißt es in einem Artikel auf Iceland Review, dass vor der Südwestküste Islands, gar nicht weg von Sandgerði, ein Fischerboot von einem Wal angehoben wurde. Den Artikel findet ihr hier:
http://icelandreview.com/news/2018/05/11/fishing-boat-lifted-whale.

Okay, ich vermute / hoffe mal, dass es ein kleineres Boot war und die Sache wird mich nicht davon abhalten, weiter auf so ein größeres Walbeobachtungsboot zu gehen. Aber ob ich nochmal in so ein Schlauchboot steige? Ich konnte dieses Erlebnis dreimal genießen und bin froh, dass ich damals naiver Weise noch nicht davon wusste, dass Wale hin und wieder auch mal ein Boot anheben können :-).


Ach ja, ab und zu beschert einem Naivität doch angenehme Sorgenfreiheit und verschafft Erlebnisse.

Der Island-Sommer naht

Für mich geht es in diesem Sommer etwas später als sonst auf die Insel, aber all zu lang dauert es nicht mehr. Ich werde die Reiseleitung auf folgenden Touren übernehmen:

Island Pro Travel - Juwelen der Insel
19.-26.06.18
03.-10.07.18
10.-17.07.18
31.07.-07.08.18
24.-21.08.18

TUI Wolters - Ring der Naturschönheiten
 12.-19.06.18
26.06.-03.07.18
24.-31.07.18
07.-14.08.18

Trend Tours Touristik - Faszination Island
18.-25.07.18

Kurzfristige Änderungen sind möglich, von daher kann keine Garantie übernommen werden. Vielleicht sehen wir uns in Island :-).

Öræfajökull

22. November
Wer im Sommer mit mir auf Tour war, erinnert sich vielleicht noch an die Erzählungen zum Vulkan Öræfajökull - das ist jener am Südrand des Vatnajökull, den wir entweder auf der Fahrt zur oder von der Gletscherlagune passiert und dessen Gipfel wir mit etwas Glück von Skaftafell aus gesehen haben. Jener Vulkan, der seit der Besiedlung erst zweimal ausgerbochen war - 1362 und 1727 - mit Ausbrüchen, die es in sich hatten. 

 

Vielleicht erinnert ihr euch auch dunkel, dass ich erzählte, dass bei diesem Vulkan sehr, sehr selten Erdbeben zu verzeichnen sind. Nun, das änderte sich im Laufe dieses Sommers. Ich kann nicht mehr sagen, wann es begann, aber es fiel auf. Und so langsam macht man sich Gedanken.

Erdbebenübersicht, 22. Nov, 18 Uhr isländischer Zeit. www.vedur.is

Nicht nur die Erdbebentätigkeit hat zugenommen, es heißt, der Berg habe sich auch angehoben. Erst kürzlich war Schwefelgeruch am Fluss Kvía festgestellt worden und Satelliten- und Luftbilder lassen Veränderungen an der Eisoberfläche erkennen, es habe sich der Rand eines neuen Schmelzkraters gebildet.

Das alles deutet noch nicht auf einen bevorstehenden Ausbruch hin. Das Problem ist eher, dass die letzten Ausbrüche so lange zurückliegen und es keine oder kaum Aufzeichnungen gibt. Selbst wenn, ließen sich aus ihnen auf Grund des langen Zeitraums eventuell keine "brauchbaren" Rückschlüsse auf den nächsten Ausbruch ziehen. Eine ziemlich große Unbekannte also. Mit Ausnahme der Tatsache um das Wissen, dass die letzten beiden Ausbrüche verheerend waren.

Der Vulkan wird nun engmaschiger überwacht, bezüglich des Luftverkehrs wurde der Code für ihn auf Gelb angehoben, was so viel wie "erhöhte Unruhe" bedeutet (Quelle: http://en.vedur.is/weather/aviation/volcanic-hazards/):


Eine Artikelübersicht findet ihr hier:
deutsch, 2. Nov: http://icelandreview.com/de/news/2017/11/02/oeraefajoekull-wird-besser-ueberwacht
deutsch, 18. Nov: http://icelandreview.com/de/news/2017/11/02/oeraefajoekull-wird-besser-ueberwacht
englisch, 17. Nov: http://icelandmonitor.mbl.is/news/nature_and_travel/2017/11/17/iceland_s_volcanoes_may_be_getting_ready_to_blow/
englisch, 18. Nov: http://icelandreview.com/news/2017/11/18/oraefajokull-volcano-possibly-awakening

Der Zivilschutz hat heute auf seiner Facebook-Seite Informationen für den Fall eines Ausbruchs des Öræfajökull veröffentlicht (Quelle: https://www.facebook.com/Almannavarnir/posts/1783021498396292)



Emergency evacuation for Öræfajökull
In the event of a volcanic eruption in Öræfajökull the aim is to have evacuated the area before an eruption starts. If an eruption starts without any warning the following emergency procedures will be followed.
Depatrment of Civil Protection and Emergency Management:
• Ensures that the 112 call centre sends the following text messages to cell phones in the area between Lómagnúpur and Jökulsárlón.
Emergency message from the Police. Volcanic eruption is imminent in Öræfajökull. Evacuate to Svínafell 1, Hof 1 or Hnappavellir 1, Höfn or Kirkubæjarklaustur depending on your location.
• Activate the National Crisis Coordination Centre
Police in South Iceland:
• Sends a police cruiser from Kirkjubæjarklaustur to Skaftafell to assist with evacuations.
• Sends a police cruiser from Höfn to Kvísker to assist with evacuations.
• Sends all available resources to assist with the evacuations.
Volunteer rsecue teams:
• ICE-SAR Kyndill at Kirkjubæjarklaustur sets up a roadblock at Lómagnúpur and assists with evacuations.
• ICE-SAR Hornafjörður sets up a roadblock at Jökulsárlón and assists with evacuations.
• ICE-SAR Kári does not have any tasks in this emergency plan.
Ambulances:
• Ambulance from Kirkjubæjarklaustur is stand-by at Hótel Núpar.
• Ambulance from Höfn is stand-by at Hrollaugsstaðir.
Red Cross:
• The chapter at Kirkjubæjarklaustur opens up a mass care centre at Kirkjubæjarklaustur.
• The chapter at Höfn opens up a mass care centre at Höfn
• Opening up mass care centres nearer to the evacuation areas will be considered.
Fire brigades:
• Are stand-by to assist in mass care centres.
• Are stand-by to assist with evacuations.
On scene command:
• On scene command at Kirkjubæjarklaustur activated.
• On scene command at Höfn activated.
• On scene command in Öræfasveit activated, location based on conditions.
Area command:
• At Dynskálar 34, Hella.
Nationa Crisis Coordination Centre:
• Rescue Centre Skógarhlíð, Skógarhlíð 14, Reykjavík.

Instructions for people who are within the evacuation area in the case of an evacuation
.
• Taket he quickest route to:
o Svínafell 1
o Hof 1
o Hnappavellir 2
o Wait in your car for further instructions
o If volcanic ash / volcanic tephra starts falling you should seek shelter in the nearest building
o Follow further instructions when they are issued


Schauen wir mal, wie es weitergeht, zumal auch bei den ganzen Erdbeben um die Bárðarbunga nun nicht mehr nur davon gesprochen wird, dass sich die Caldera nach dem 2014/15er Ausbruch nach wie vor "zurechtruckele".

Abreise im Unwetter

27. September
Tja, nun ist das letzte, das ich dieses Jahr von Island zu sehen bekomme, Unwetter. Der Sturm und Regen im Südosten und Osten des Landes hielt und hält an und langsam beginnt es, mehr als ungemütlich zu werden. Die letzte Nacht in Skaftafell war so stürmisch, dass das Auto in einer Tour vom Wind wackelte und an Schlaf kaum zu denken war.


"lila Wind" ist nicht lustig 😉



"lila Regen" ebenso wenig:


Als ich dann heute Morgen im Dunkel - es wurde einfach nicht hell, obwohl die Sonne längst draußen war - die Gletscherlagune erreichte, kam die nächste schlechte Nachricht: Die Ringstraße musste im Berufjörður gesperrt werden. Eine Nachfrage beim Straßenamt ergab, dass zu viel Wasser über die Straße floss und dabei auch ein Teil der Straße beschädigt wurde. Aber man arbeite dran, könne nur nicht sagen, wann sie wieder freigegeben werde.



Was hatte ich für eine Chance? Keine. Zurück nach Reykjavík und dann über den Norden fahren, das wäre zeitlich nicht drin gewesen. Also hoffte ich auf das Improvisionstalent der Isländer und dass alles gut werden würde ... þetta reddast. Erstmal lud ich noch ein bisschen Eis am Strand ein, um den Lachs zu kühlen und dadurch "sicher" nach Deutschland zu bringen. Einfache Methoden sind doch oft so wirkungsvoll 😀.



Eine knappe Stunde später dann hieß es in den Nachrichten, dass man die Straße wieder öffnen werde und dabei sei, sie zu reinigen. Puh, Glück gehabt. Die eigentliche Stelle, an der das Wasser runterkam und über die Straße lief, konnte ich nicht fotografieren, aber es gab einige Stellen so wie diese, wo die Ringstraße unter Wasser stand:



Wir waren ja mit der Gruppe erst am Samstag entlang der Ostfjorde gefahren und schon da war ich ob der ganzen Wassermassen erstaunt. Aber was ich heute zu sehen bekam, war mehr als eindrucksvoll. Alle Gletscherflüsse waren zu reißenden, tiefbraunen Strömen angewachsen, die ihr Flussbett mehr als erweitert hatten. Von den Berghängen schoss das Wasser ohne Unterlass, jedes kleine Rinnsal war zu einem reißenden Strom geworden, aus dem Nichts tauchten gewaltige Wasserfälle auf. Wahnsinn. Leider ließ sich das alles kaum fotografieren, da es in einer Tour regnete. Aber zu einem Fotobeispiel wagte ich mich dann doch raus:



Hier mal zum Vergleich ein Foto, wie er sonst daherkommt (aus anderer Perspektive - ie war heute nicht möglich, da örtlich nicht ohne Wathosen erreichbar):



So sah der Fluss heute im weiteren Verlauf aus. Ich bin mir nicht sicher, ob die Brücke vorher schon kaputt war oder erst jetzt durch die Wassermassen zerstört wurde:




Als ich den Pass Öxi hinter mir gelassen hatte, war dann nochmal meine Hilfe gefordert. Nachdem eine Reihe von Fahrzeugen schulterzuckend weiterfahren musste, war ich die erste, die ein Abschleppseil im Auto hatte und prompt durfte ich dann auch das Auto aus dem Dreck ziehen, das irgendwie ziemlich merkwürdig von der Straße abgekommen war und hangrunter hing. Aber mit vereinter Hilfe ging trotz des strömenden Regens alles ratzfatz.



Und letztendlich erreichte ich pünktlich die Fähre. So viel Aufregung zum Schluss 😉. Aber nun heißt es: Bye bye Island!

Wo ist der Gletscher?

24. September
Die kurze trockene Phase am Morgen kam einer trügerischen Stille gleich. Laut Wetterbericht würde es zumindest den ganzen Vormittag am Gletscher entlang ziemlich feucht vom Himmel rauschen. Vom Gletscher selber war auch keine Spur zu sehen und so erklärte ich Dinge, die niemand sah 😕. Auch der Regen setzte wie versprochen ein.

Da uns die Bootsfahrt auf der Gletscherlagune bevorstand und nur wenige eine Regenhose dabei hatten, hatte ich in weiser Voraussicht am Vortag große Müllsäcke gekauft, die wir dann an der Gletscherlagune unter teils neidvollen Blicken ("clever") in Regenröcke verwandelten. Modisch waren damit "der letzte Schrei" und auf jeden Fall gut gegen den Regen gewappnet, auch wenn der uns in einem Anfall von Güte zumindest für 20 Minuten verschonte, während wir zwischen wunderbar blauen Eisbergen dümpelten.



In Skaftafell wurde angesichts des Wetters spontan umgeplant und statt 90 min durch das Nichts und den Regen zu stapfen, nahmen wir den kürzesten Weg zum Svínafellsjökull und bekamen so zumindest etwas vom Gletscher zu sehen:



Die Wettervorhersage hatte sich derweil geändert und versprach für unsere nächsten Ziele weiter westlich doch tatsächlich Sonne. Wir konnten es kaum glauben, aber es trat ein. Was für eine wunderbare Wendung!




Als wir Vík erreichten, regnete es dort planmäßig, aber ebenso planmäßig verzogen sich die Wolken eine halbe Stunde später, so dass wir einen sonnigen Ausflug an den Strand Reynisfjara unternehmen konnten, der uns heute mit besonders beeindruckenden Wellen überraschte:




Auch unseren letzten Stopp - das Kap Dyrhólaey - dominierte das fantastische Wellenspiel und so fand dieser Tag ein wunderschönes Ende:






Der ganz große Regen

23. September
Um eines gleich vorwegzunehmen: Wir haben es überstanden 😀. Seit Beginn unserer Reise war klar, dass uns an diesem Samstag der ganz große Regen überfallen würde und die Aussichten wurden keinen Tag besser. Also stellten wir uns seelisch und moralisch darauf ein und waren froh, dass es uns an unserem Fahrtag durch die Ostfjorde erwischen würde.

Da wir am Morgen einigermaßen trocken am Hotel starteten, wollte mir keiner so recht glauben, aber der Regen holte uns schneller ein, als uns lieb war und ihm fielen fast sämtliche Fotostopps zum Opfer. Bei diesem Regen wollte man keinen Hund vor die Haustür jagen, geschweige denn einen Gast vor den Bus. 

Den ganzen Tag über verfolgten wir den Zug des Regens, nur um immer wieder festzustellen, dass wir leider nach wie vor mittendrin waren - da, wo es so richtig schön dunkelblau war. Die Flüsse waren enorm angeschwollen, links und rechts der Straße stand das Wasser und ich habe an einigen Stellen noch nie so viel Wasser von den Bergen herunterrauschen sehen. Ganz abgesehen davon, dass nicht nur die Gletscherflüsse tiefbraun waren, sondern auch einige kleine Klarwasserflüsschen plötzlich zu einem großen braunen Strom geworden waren. Was wir an Wasser sahen, verursachte beim Fahrer und mir immer wieder Staunen 😲.


An einer Stelle, an der ich normalerweise auch bei schlechtem Wetter stoppe, sahen wir zu, dass wir heile durch kamen - noch nie hatte ich so viele Steine dort auf der Straße gesehen und es Bestand einfach ein erhöhtes Risiko, dass sich der Berg in Bewegung setzte. Als wir Höfn erreichten, lasen wir dann auch: Risk of rockslide in the East. Da waren wir also glücklicherweise gut durchgekommen.


Das nette Fischbuffet am Abend versöhnte uns mit dem Regen und wir hofften auf den nächsten Tag.


Polarlichter und Trockenheit

22. September
Der Tag begann schon mal positiv, hatten sich doch am Vorabend trotz ungünstiger Vorhersagen Polarlichter gezeigt, die von einem Großteil der Gruppe gesichtet worden waren. Nicht stark, aber sie waren zu sehen.

Im weiteren Verlauf blieb es wie versprochen trocken, wenngleich wir am Dettifoss und später auch im Hochland nur all zu gerne auf Mütze, Schal und Handschuhe zurückgriffen, da 6°C in Verbindung mit Wind doch recht "frisch" waren.


Herbstlaub in Dimmuborgir:




letztes Grün am Dettifoss:


Zum Abend klarte der Himmel noch einmal auf, was umso erstaunlicher ist, als morgen der ganz böse Regen über uns hereinbrechen soll. Aber egal - wir mussten gar nicht lange warten, denn schon gegen 21:30 Uhr zeigten sich die ersten Polarlichter und die waren gar nicht mal so schwach. Ohne Stativ, jedoch mit kleiner Ablagefläche ließen sich selbst mit kurzer Belichtungszeit eindrucksvolle Erinnerungen festhalten:



So starten wir morgen zumindest mit dem Erlebnis der Polarlichter in die nächsten Regentage.

Sonne am Mývatn

21. September
Gestern sind wir mit verhaltenem Wetter in die (meine) letzte Runde gestartet. Sprich: Es hat geregnet 🌧. Es war insofern okay, als es sich um einen fast reinen Fahrtag handelte, aber so im Regen und teils Nebel die Landschaft in Winterfarbe vorbeiziehen zu sehen, war schon ein wenig traurig. 

Der Abend wiederum verhieß Hoffnung, verzogen sich doch die Wolken nach dem Abendessen und boten freien Blick auf einen sternenklaren Himmel. Allein, die Polarlichtaktivität ließ zu wünschen übrig und verschaffte uns eine Nacht zum Durchschlafen.

Heute erwartete uns das komplette Gegenteil: Die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel und verkündete einen wunderschönen Tag ... und den haben wir am Mývatn genossen.


Goðafoss:




Pseudokrater am Mývatn:



Jarðböðin:


auf dem Weg zum Leirhnjúkur-Lavafeld:



Die Wolkendecke lässt uns für heute Abend hoffen, jedoch die Polarlichtvorhersage sieht alles andere als prickelnd aus. Schade, denn die nächsten Abende wird es düster am Himmel.

Abschied mit Sonne

11. September
Ich gebe es zu: Diese Tage sind mir die liebsten - wenn die Sonne schon früh am Morgen vom Himmel strahlt ☀️. Schon in der Nacht hatten wir ein kleines Erfolgserlebnis, waren doch zarte Polarlichter am Himmel zu sehen. Nicht der Brüller, aber immerhin etwas. Mensch freut sich.

Heute Morgen dann wurden wir mit Sonne am strahlend blauen Himmel begrüßt und sie hielt wider der Vorhersage den ganzen Tag an. Was für ein herrlicher Abschluss dieser Tour! Eigentlich hätte ich der Gruppe gerne noch ein wenig Schnee und noch mehr Wind präsentiert und auch Regen war uns nur zu selten vergönnt - aber sie trugen die außerwinterlichen und außerisländischen Wetterbedingungen mit Fassung 😉.

Das Geothermalgebiet im Haukadalur mal ganz ohne den Geysir:




Der große Geysir schweigt:


Gullfoss im Kitschmodus 😉 - mit Regenbogen:


Jetzt geht erstmal auf kurze Stippvisite nach Deutschland, bevor die letzte Tour ansteht.